HAPPY CAT HURRICANE

REZENSION VON GERD KASSEL – April 2017


Seit März 2017 besitzen meine Tochter Samira und ich einen nagelneuen HAPPY CAT HURRICANE mit beinahe komplettem Zubehör.

Zur Anlieferung und Verpackung

Der HCH mit Zubehör wurde uns sehr sauber und sorgfältig verpackt per Spedition in 7 Paketen geliefert. Beim Auspacken konnten wir keinerlei Transportschäden feststellen. Auch war die Lieferung vollständig.

Beim Umpacken aus den Lieferkartons in die 3 Zubehör-Packtaschen blieb eine Menge Schaumstoff übrig, der zu einem schadlosen Speditionstransport beigetragen hatte. Das „Befüllen“ der 2 langen 185-cm-Packtaschen muss überlegt und sorgfältig unter Verwendung von schützendem Schaumstoff geschehen, damit auch alle Kat-Bauteile hineinpassen.

Beim zweiten Versuch gelingt uns das und die 2 langen Taschen passen unter das 200 cm lange, 60 cm breite und 35 cm hohe Etagenbett im Heck unseres kleinen Reisewohnwagens. Diesen haben wir vor dem Kauf um 200 kg auf nunmehr 1200 kg Gesamtgewicht auflasten lassen, damit die Mitnahme vom HCH samt Zubehör und 2 weiteren Grabner-Luftkajaks bei unseren Gespann-Reisen zu den schönsten Segelrevieren Europas nicht zum Überladungsproblem werden kann


Aufbau am Strand

Unsere erste Segeltour mit dem klein zerlegten Reisekatamaran im Wohnwagen-Gespann führt uns auf die italienische Insel Elba in die abgelegene Bucht von Nisporto auf den Campingplatz Sole e Mare. Wir sind hier Ende März 2017 alleine und transportieren die 2 langen, schweren Packtaschen mit einem kleinen Bootswagen zum Strand. Da wir eine Elektropumpe benutzen wollen, fahren wir mit unserem PKW bis dicht ans strandnahe Campingplatz-Tor, so dass wir die BRAVO-Pumpe zum Aufblasen der großen Kat-Schwimmer benutzen können. Die robusten Gummihüllen sind deutlich größer als die der anderen Happy Cats der Firma Grabner. Die leistungsstarke Elektropumpe schließen wir an die Auto-Batterie an. Sie nimmt uns die Aufpumparbeit per Hand ab.

Der Aufbau findet bei Wind und auf unebenem Grasboden statt. Auf einem Campinghocker steht mein Laptop mit der Aufbau-DVD, die von der Firma Grabner mit geliefert wird. Es klappt bei uns nicht alles so cool, easy und treffsicher wie in der Demo auf der DVD, aber das Medium ist sehr hilfreich, wenn man noch nie einen Happy Cat aufgebaut hat.

Das Zusammenfügen des sauber verarbeiteten Trampolinrahmens unter gleichzeitiger Einführung der Kederschnüre des Trampolins  in die Schienen klappt einwandfrei. Wir benötigen kein Gleitmittel wie Silikon-Spray.
Auch das Anbringen der Spannseile, des Bug- und Heckverdecks, des Schwertes, der Steueranlage und der neuen Bugversteifungsstreben klappt reibungslos. Das Aufstellen des Mastes geht zu zweit sehr einfach und sicher. Der Kunststoff-Mastfuß, der auf einer Metallkugel sitzt, wird mit einem Splint gegen ungewolltes Herausrutschen effektiv gesichert. Für große, kräftige Menschen ist es – wie auf der Demo-DVD gezeigt – auch möglich, den Mast alleine aufzustellen und wieder umzulegen.

Das Einfädeln der Keder des Großsegels in die Mastschiene klappt beim Großsegelsetzen nicht zu unserer Zufriedenheit. Hier verklemmt sich die Keder zu oft in der Schiene. Das macht das Segel hochziehen mühsam. Das müsste besser flutschen, ohne dass man die Großsegelkeder ständig zurückziehen und mit den Fingern neu einfädeln muss. Hier werden wir in Zukunft Silikon-Spray benutzen, damit das Segelsetzen besser flutscht.

Das Focksetzen klappt mühelos und durch das neue Flaschenzug-System lässt sich das gesamte Rigg leicht und sauber optimal trimmen.


Strand-Transport

Es dürfte klar sein, dass man ein Gummi-Boot nicht wie einen Festrumpf, z.B. aus PE, über den Strand schleifen darf. Damit unser Happy Cat HURRICANE beim Strand-Transfer nicht zu Schaden kommt, haben wir am Heck einsteck- und arretierbare Slipräder geordert. Das ist praktisch und funktional. Zum Tragen ist uns der HCH zu schwer, aber Rollen geht gut. Die Slipräder muss man beim Segeln nicht diebstahlgefährdet am Strand liegen lassen. Man kann sie auch von oben in die Halterungen stecken und arretieren, ohne dass sie beim Segeln hinderlich sind.
Doch bei aller Sorgfalt bleibt es nicht aus, dass man beim Segeln in Küstengewässern wie auf Elba beim Ablegen und Anlanden ohne Steg Grundberührung bekommt. Das ist besonders heftig, wenn eine oft übliche Brandungswelle auf den Strand rollt. Solange es sich bei unvermeidbarer Grundberührungum Sand oder runden Kies handelt, steckt die Gummihaut das kurzfristig weg. Scharfkantige Stein- und Felsstrände meiden wir wie die Pest. Auch wählen wir beim Starten und Anlanden Strandabschnitte, die nicht voll in der Brandungszone liegen.


Segeln bei Leichtwind

Das Segeln mit dem Happy Cat HURRICANE macht uns Spaß. Und das, obwohl wir seit vielen Jahren auch einen größeren Festrumpf-Katamaran segeln, der auf einem großen Kat-Trailer zu den Einsatzorten transportiert werden muss. Man hat bei den wohnmobiltauglichen, klein zerlegbaren Grabner-Kats der neuen Generation seit 2015 nicht mehr das Gefühl mit einem Bremsfallschirm im Schlepptau unterwegs zu sein. Es flutscht einfach. Und die Happy Cats laufen auch trotz runder Schwimmer sehr gut Höhe. Dazu trägt das mittige Alu-Schwert bei, das lang genug ist und an der richtigen Stelle sitzt. Es gibt dem Happy Cat zusammen mit dem funktionalen Steuerblatt auch die gute Wendigkeit.

Oft bleiben Segelkatamarane ohne Schwert in der Wende einfach im Wind stehen. So was nervt. Beim Testsegeln mit dem  HURRICANE an der Küste von Elba kommt das kein einziges Mal vor. Der innovative Schlauch-Kat ist auch kein bisschen luvgierig. Bei stärkeren Böen wandert der Segeldruckpunkt des stabilen Großsegels nicht nach hinten. Das Achterliek der Fock flattert nicht, da man es durch einen Seilzug regulieren kann. Der auf einer Metallkugel gelagerte Mast dreht sich bis zum gewünschten Anschlag der „Drehbremse“ (Mast-Rotationsbegrenzer) mit und so behält das Großsegel sein effektives Profil.


Segeln bei Starkwind

Wenn der Wind zulegt, kommt der Moment, an dem der Gummikat überpowert ist. Damit wird ausgedrückt, dass der Wind stärker in die Segel fegt und drückt, als das Segelgefährt beschleunigen kann. Dann müssen die Segel geöffnet werden, um Druck raus zu nehmen und eine Kenterung zu vermeiden. Gute, stabile Segelriggs zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in vereinzelten, heftigen Böen kontrolliert öffnen lassen und sich nichts verbiegt oder gar zu Bruch geht. Das ist beim HURRICANE der Fall. Er macht seinem Namen alle Ehre. Man kann mit der normalen 11,5 qm-Beseglung z.B. bei ruppigen Regenböen gut „abwettern“. Wird der Wind allerdings konstant stärker und geht permanent über 4 bis 5 Windstärken hinaus, dann sollte man aufhören – oder ein neues Ass aus dem Ärmel ziehen.

Die Firma Grabner bietet für den HURRICANE als sinnvolles Zubehör eine Starkwindbeseglung an. Großsegel und Fock sind auf insgesamt 6,5 qm reduziert, was die Segelmöglichkeiten in den windigen Ecken Europas deutlich erhöht. Das gefällt uns.
In den Tagen auf Elba im April 2017 ergibt sich leider keine passende Gelegenheit zum Testen der „Sturmsegel“, da es keinen Sturm gibt. Aber der Tag wird dieses Jahr noch kommen, wenn wir mit dem Happy Cat HURRICANE in Holland und Spanien unterwegs sein werden.


Resümee

Da wir 2015 und 2016 die Happy Cats EVO und NEO gesegelt sind, haben wir einen guten und gefühlten Vergleich der 3 Reise-Segelboote der Luftboot-Firma Grabner.

Aus unserer Sicht ist der Happy Cat HURRICANE der größte, schnellste und stabilste Grabner-Kat und besonders gut für unsere Zwecke, nämlich das Segelwandern, das Tourensegeln mit Zeltgepäck und Expeditionscharakter, geeignet. Aber natürlich zelebrieren wir mit diesem schönen, vielfältig verwendbaren Schlauch-Katamaran auch sportliches Trapez-Segeln bei Starkwind. Wir sind HAPPY mit dem HURRICANE! Und unsere 2 Dogs, die uns meist beim Segeln begleiten, mögen den CAT auch.