SCHWIERIGE REPARATUREN LEICHT GEMACHT

Arten der Beschädigung:

  • Löcher
  • Risse, Schlitze
  • Abgerissene Beschläge
  • Beschädigte Zusatzteile
  • Ventile erneuern
  • Zusatzteile aufkleben
  • Verstärkung aufkleben
  • Faden-Luftaustritt (Fadenleitung)
  • Poröses Material

Notwendige Werkzeuge:

  • Schere oder Messer
  • Roller
  • Pressklammer
  • Schraubzwinge
  • 2 Stück Holzleisten (größer als Reparatur Fleck)
  • Beschwerungsgewichte
  • Falzbein
  • Pinsel
  • Elektrobohrmaschine und
  • Schleifkörper
  • Schmirgelpapier
  • Putzfetzen
  • Luftpumpe mit Manometer
  • Präzisionsmanometer
  • Rollmeter/Lineal

Reparatur Material:

Flecken + Bootshaut:

  • Bootsstoff: schwarz, rot
  • Antirutschbelag: schwarz

Alle Stoffe und Besätze, die Sie im Zuge von Reparaturen verwenden, sind vulkanisiert.

Kleber + Verdünner:

  • 1 Komponenten Tubenkleber
  • 2 Komponenten "GRABNER-Werkstättenkleber": 1/8 kg, 1/4 kg, 1 kg Dosen
    Mischverhältnis Kleber + Härter 25 : 1, Härter Fläschchen extra
  • Als Lösungsmittel ist das original GRABNER Verdünnungsgemisch zu empfehlen.
    Erhältlich in 1 Liter Dose oder 150 ml Glasflasche

Die Luftdruck + Dichtheitsprüfung:

Luftprüfung
Boot auf Betriebsdruck aufblasen (0,3 bar = Betriebsanleitung). In einem temperaturkonstantem Raum 24 Stunden ruhen lassen. Der Druckverlust darf, unter Berücksichtigung der Raumtemperatur und des Barometerstandes 20 % sein.
d.h. 0,3 bar nach 24 h - 0,24 bar
0,2 bar nach 24 h - 0,16 bar

Luftdruckprüfung mit  Seifenlauge
Boot auf Betriebsdruck aufblasen. Leckverdächtigen Bereich der Luftkammer mit Seifenlauge bestreichen und durch entstehende Seifenblasen Schadstellen lokalisieren.

Luftdruckprüfung im Wasserbecken
Da diese schnellste und genaueste Prüfung ein Spezial-Wasserbecken mit elektrischer Tauchvorrichtung (wie bei GRABNER) erfordert, kommt diese Prüfmethode in den Service-Stationen kaum zur Anwendung.

Reparatur-Verklebung:

Klebevorgang:

  • bei 18 - 22 Grad C Raumtemperatur durchführen.
  • Luftfeuchtigkeit soll nicht über 70 % betragen.
  • Luft im Boot muss vollkommen entleert sein.

Wahl der Reparaturfleck-Größe:

  • Bei Löchern, Schnitte oder Risse bis ca. 5 cm Länge genügt ein Fleck, der außen aufgeklebt wird.
  • Bei größeren Löchern oder Schnitten muss außen und innen ein Fleck aufgeklebt werden.
  • Der Fleck soll immer 3 - 5cm breiten oder/und länger als der Schnitt oder Riss sein.

Außenverklebung:

  • Passenden Reparaturfleck aussuchen bzw. zuschneiden.
  • Ecken des Flecks abrunden.
  • Klebezone durch Auflegen des Fleckes mit Bleistift anzeichnen.
  • Klebezone und Fleck sorgfältig aufrauen.
  • Klebezone und Fleck mit Lösungsmittel vor Staub, Fett usw. reinigen.
  • Klebezone und Fleck mit Kleber einstreichen. Ablüftungszeit 5 - 10 Minuten.
  • Kontrolle: Mit Fingernagel antupfen, es darf kein Kleber hängen bleiben.
  • Klebezone und Fleck ein 2.Mal mit Kleber einstreichen. Ablüftzeit abermals 5 - 10 Minuten.
  • Fleck aufkleben: Beim Zusammenfügen Lufteinschlüsse und nochmaliges Auseinanderziehen vermeiden.
  • Mit Roller gründlich und fest zusammenpressen.
  • Kleberänder sorgfältigst mit Verdünnung putzen. Kleberänder und Kleberreste werden durch Sonnenbestrahlung braun.
  • Nach dem Putzen 1/2 Minute warten und Ränder nochmals anpressen.
  • Mindestens 2 Stunden bis zum Aufpumpen des Bootes warten. Am besten das Boot unaufgeblasen über Nacht liegen lassen.
  • Zum Aufkleben von Beschlägen - gleichen Vorgang anwenden.

Innen- und Außenverklebung:

  • Kleine Risse oder Schnitte auf ca. 8 - 10 cm aufschneiden.
  • Passenden Fleck vorbereiten ACHTUNG: Ecken abrunden.
  • Schadhafte Stelle innen im Bereich von 3 - 4 cm rundum aufrauen, Fleck ebenfalls aufrauen.
  • Fleck-Mitte mit Bleistift kennzeichnen.
  • Klebezone mit Lösungsmittel reinigen.
  • Schlauch innen mit Kleber einstreichen (3 - 4 cm rundum) - Schlauch darf nicht zusammenkleben.
  • Fleck ebenfalls mit Kleber einstreichen.
  • Nach Ablüftungszeit Fleck mit Plastikfolie überdecken.
  • Fleck in Schlauch einsetzen und einrichten, daß der Bleistiftstrich am
  • Fleck eine Gerade mit dem Riss bildet.
  • Plastikfolie herausziehen.
  • Schlauch nun andrücken und fest walzen
  • Anschließend ist der Außenfleck in der beschriebenen Weise aufzukleben.

Lösen von Verklebungen:

Mit Heißluftgerät erwärmen: Heißverklebungen 90 Grad C, Kaltverklebungen 75 Grad C
Mittels Falzbein die verklebten Verbindungen in der Fuge trennen und mit Flachzange langsam abziehen.
Achtung: Nicht die Gummierung vom Trägergewebe abreißen! Gefahr der Fadenleitung

Luftverlust durch Faden-Austritt bzw. Porosität

Fadenaustritt:
Entsteht durch Verletzung der Innengummierung durch Gewalteinwirkung. Luft entweicht bei verklebter Schlauchnaht durch Gewebefäden (auch an mehreren Stellen gleichzeitig) oder durch fehlerhafte Reparaturen.

Porosität:
Entsteht durch Alterung des Materials. Die Beschichtung (innen und außen) löst sich vom Trägergewebe.

Behebung von Fadenleitung oder Porosität

Da die schadhafte Stelle nicht lokalisierbar ist, hilft nur das Ausgießen der Luftkammer mit Dicht-Milch. Nur bei Luftkammern ohne Riefen möglich.


Ausgieß-Vorgang:

  • Schlauch innen mit Wasser reinigen. Wasser beim Ventil einfüllen, Schlauch hin und her bewegen,
  • verschmutztes Wasser ausleeren.
  • Bei großer Verschmutzung Reinigungsvorgang wiederholen.
  • LATEX Dicht-Milch in Luftkammer einfüllen.
  • Boote auf ca. 0,15 - 0,2 bar aufblasen.
  • Schlauch mit Dicht-Milch hin und her bewegen, damit Dichtmasse überall mit der Innenwand in Berührung kommt.
  • Restliche Dicht-Milch über Ventil ablassen.
  • Spülventil mit Zu- und Abluft-Leitung einschrauben.
  • Dicht-Milch kann je nach Zustand bis 3 mal verwendet werden.
  • Nach 5 Tagen - 24 h Luftprüfung wie beschrieben.
  • Falls nach wie vor undicht, den Ausgieß-Vorgang wiederholen.
  • Anschließend muss im höchstens halb entleerten Schlauch 200 - 300 ml Talkum mit Füllpistole eingeblasen werden.
  • Nach gründlichem Verteilen des Talkums kann die Luft abgelassen werden.

Voraussetzung bei Servicestellen:

  • Druckluftanlage mit Filter, Öl- und Wasserabschneider.
  • Druckminderventil für 0,05 bar.